Die Geschichte des Aussatzes
© aus Codex Egberti 10. Jhd. - Autor/in unbekannt, Public domain |Wikimedia Commons
Vortrag von Dr. Klaus Abendroth im Mittwochkreis
Der Aussatz – heute als Lepra bekannt – zählt zu den am stärksten stigmatisierten Krankheiten der Menschheitsgeschichte. Der Vortrag „Geschichte des Aussatzes“ zeichnet die wechselvolle Wahrnehmung und den Umgang mit der Krankheit von der Antike bis in die Gegenwart nach. Ausgehend von biblischen Vorstellungen von Aussatz und Ausgegrenzten führt der Vortrag über das Mittelalter, in dem Leprakranke als „Miselsüchtige“ gesellschaftlich isoliert wurden. Themen sind unter anderem Leprosorien, Hagioskope und die sogenannte Leprosen-Schau, die den sozialen Ausschluss der Betroffenen prägten. Historische Bildquellen, etwa aus mittelalterlichen Evangeliaren und der frühneuzeitlichen Medizin, veranschaulichen diese Epoche eindrücklich. Abschließend wird der Blick auf die medizinische Lepra-Erkrankung gelenkt – auf ihre Erforschung, Behandlung und ihre Bedeutung gestern und heute. Der Vortrag macht deutlich, wie eng Krankheit, religiöse Deutung, gesellschaftliche Ordnung und medizinisches Wissen miteinander verwoben waren und sind. Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit dem Welt-Lepra-Tag, der seit 1954 immer am letzten Sonntag im Januar stattfindet.Der Mittwochkreis ist eine Bildungsinitiative von engagierten Menschen, die ihre nachberufliche Phase sinnstiftend für sich und andere gestalten möchten. Der Kreis organisiert unter dem Dach der Ev. Erwachsenenbildung wöchentlich Vorträge zu unterschiedlichen Themen. Er ist für Menschen jeden Alters offen und bietet auch Möglichkeiten, sich selbst zu engagieren und mitzugestalten. Die Teilnahme ist kostenfrei, zur Deckung der Unkosten wird um eine kleine Spende gebeten.
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