Was lange währt, wird gut: Lobdeburg nach 30 Jahren Sanierung neu zu entdecken
Nach umfassender, fast 30jähriger Sanierung und denkmalgerechter Restaurierung kann die
mittelalterliche Burgruine der Lobdeburg endlich der Öffentlichkeit zurückgegeben werden.
Lange genug war sie das „Sorgenkind“ der Jenaer Kultur und Denkmalpflege gewesen.
Das Bauwerk, errichtet ab Mitte des 12. Jahrhunderts als repräsentativer Herrschaftssitz der
schwäbisch-fränkischen Herren von Auhausen / Alerheim, ist ein Zeugnis unserer Geschichte
und Identität. Die Territorialherrschaft der Lobdeburger, die als Begründer Jenas gelten,
erstreckte sich einst vom Saaletal bis zum nördlichen Thüringer Schiefergebirge und dauerte
drei Jahrhunderte an. Die imposanten Mauern der Burgruine beeindruckten bereits Goethe.
Heute zählt die Lobdeburg zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen auf dem Gebiet der
kreisfreien Stadt Jena. Sie liegt auf der kulturellen Erlebnisroute der „Transromanica“ und ist ein
touristisches Highlight.
Die Maßnahmen der Grabungen zur archäologischen Untersuchung sowie der
substanzerhaltenden Sanierung, fachgerechten Konservierung und wissenschaftlichen
Dokumentation in den Jahren ab 1997 bis 2026 umfassten die gesamte Burgruine mit
Gründung, Statik, Mauerwerk, Binnenstruktur, historische wie baugeschichtliche Einordnung
und Außenanlagen. Ziel war es, die Lobdeburg als eindrucksvolles authentisches Beispiel
romanischer Profanarchitektur in Thüringen nicht nur zu erhalten, sondern nach Jahrzehnten
Bauzeit für die Öffentlichkeit begeh- und erlebbar zu machen.
Am Freitag, den 24. April 2026 wird die fertig sanierte Lobdeburg mit einem Fest ab 17:30 Uhr
feierlich eingeweiht und damit der Öffentlichkeit zur künftigen Nutzung übergeben. Organisiert
wird dieses Fest hauptsächlich vom Verein der Lobdeburg-Gemeinde 1912 e.V., der sich über
all die Jahrzehnte der Sanierung ehrenamtlich um die Pflege und Bewahrung der Lobdeburg
gekümmert hat.
Alle interessierten Bürger:innen, burgbegeisterte Gäste und Freunde der Jenaer
Kulturgeschichte sind herzlich eingeladen, mitzufeiern und sich gemeinsam mit allen
Organisatoren der Stadt Jena und des Vereins daran zu erfreuen, dass dieses mittelalterliche
Kleinod als beeindruckendes Zeugnis unserer Geschichte in ihrem jetzigen Bestand hoffentlich
lange fortbesteht und auch für kommende Generationen ein Ort der Entdeckung, Begegnung
und Kultur bleiben wird.